Hallo Stefan! 
Schön, dass du dir die Zeit nimmst und uns dieses Interview gibst.  

Du hast die komplette Jugendabteilung der Eintracht durchlaufen und es schon früh in die 1. Mannschaft geschafft. Du bist ein echter Kämpfer im Mittelfeld und deshalb bei den Fans sehr beliebt. In den letzten Jahren sahen dich die Zuschauer allerdings immer seltener im Schwarz-Gelben Trikot. Was sind die Gründe dafür?

Ich habe mich vor knapp einem Jahr ganz aus dem aktiven Spielbetrieb in Hildburghausen zurückgezogen. Es war seit einigen Jahren schon ein schleichender Prozess, denn als mein Bachelor-Studium in Jena begann, konnte ich nur selten zum Training kommen. Anfangs hat es noch gut funktioniert, weil ich es sehr oft möglich gemacht habe, in die Heimat zu kommen. So konnte ich mit meinen Kumpels wenigstens einmal trainieren und am Wochenende spielen. Das waren die Highlights meiner Woche. Als dann mein Master-Studium begann, war es mir zeitlich fast überhaupt nicht mehr möglich zum Training oder den Spielen zu kommen. 

Du hast die meiste Zeit deiner Fußballer-Laufbahn auf Landesebene gespielt. Hast du in deinem neuen Wohnort einen Verein gefunden, der deinen Anforderungen gerecht wurde?

Ich hab mir in Leipzig einen Verein gesucht, allerdings habe ich mich dort nicht wirklich wohlgefühlt. Das Spieler-Karussell drehte sich sehr schnell - durch die vielen Studenten in Leipzig hatte ich ständig neue Mitspieler. Mir hat der Spaß gefehlt, den ich vom Fußballspielen beim FSV kannte. In Hibu habe ich mit meinen Kumpels seit der F-Jugend zusammen gekickt. In Leipzig spielte ich teilweise keine vier Wochen mit denselben Leuten.

Bist du derzeit also vereinslos und nicht aktiv?

Ich spiele zurzeit in keinem Verein, allerdings bin auf der Suche nach einer Mannschaft bei der ich wieder Spaß am Kicken haben kann. Durch Corona bin ich leider noch nicht fündig geworden aber ich habe richtig Lust auf Fußball und freue mich, wenn es endlich wieder losgeht.

Wenn du so auf deine Zeit bei der Eintracht zurückblickst, was hat dir am besten gefallen bzw. was bleibt dir in Erinnerung?

Jedes Training, jedes Spiel und jedes kalte Bier in der Kabine danach war für mich ein Highlight. Mit meinen Kumpels spielen, feiern und auch mal verlieren sind Momente, die ich nie vergessen werde. Ich hab einfach jeden Moment genossen, da der FSV für mich wie eine Familie war bzw. noch ist. 

Das ist schön zu hören und das geht vielen bei der Eintracht sicher ähnlich. Wie hat sich deine berufliche Situation nach deinem Master-Abschluss entwickelt?

Ich bin derzeit in Dresden beim Bildungswerk des Landessortbundes Sachsen als pädagogischer Mitarbeiter angestellt. Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und auch mit meinen Kollegen verstehe ich mich sehr gut. Natürlich sind auch wir von Corona betroffen und befinden uns in Kurzarbeit. Ich versuche aber positiv zu bleiben, die Zeit sinnvoll zu nutzen und mich weiterzubilden.

Die aktuelle Lage macht den Menschen zu schaffen und viele sind Müde von den Maßnahmen. Wie geht es dir damit? 

Am härtesten trifft es wohl die Eltern und Kinder. Sie verdienen großen Respekt, wie sie diese Lage meistern. Mir geht es soweit eigentlich ganz gut. Ich hatte auch vor Corona schon länger nicht mehr dieses Vereinsleben, was jetzt vielen extrem fehlt. Auch mir fehlt das aber durch meine Arbeit bin ich nah am Sportgeschehen und nicht komplett raus. Außerdem habe ich noch keine Kinder und lebe mit meiner Freundin zusammen in Dresden. Wir machen einfach das Beste aus dieser Lage.


Danke für deine Zeit Stefan! Wir wünschen dir beruflich und sportlich alles Gute und freuen uns, wenn du bald mal wieder in deiner Heimat vorbeischaust.


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